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Fülle braucht Führung.

Wir warten ständig darauf, dass es endlich ruhiger wird. Wir glauben oft, das stressige, hektische, mit vielen To-dos angehäufte Leben sei gerade nur eine Übergangsphase. Dass es „bald besser“ werde, „bald ruhiger“.

Wenn das Projekt abgeschlossen ist.
Wenn der Launch vorbei ist.
Wenn der neue Kollege endlich eingearbeitet ist.
Wenn der Urlaub da sind.
Wenn die Kinder durchschlafen oder in die Schule gehen.
Wenn das Leben endlich wieder etwas weniger voll ist.

Aber die Wahrheit ist: Dieses „dann“ kommt selten. Und wenn es kommt, bleibt es oft nur kurz. Denn das Leben macht keine Pause auf Zuruf. Für viele von uns ist Fülle kein Ausnahmezustand. Sie ist das echte Leben. Sie besteht aus Job, Verantwortung, Beziehungen, Ideen, Ambitionen, Fürsorge, Wandel, Möglichkeiten und all den Rollen, die wir jeden Tag gleichzeitig in uns tragen.

 

Entscheidend ist:

 

Nicht ständig darauf zu warten, dass es wieder ruhiger wird, sondern die Fülle zu akzeptieren, sie sogar als Kraftquelle zu sehen.

Denn die Fülle ist nicht nur Last. Sie ist auch ein Zeichen von Lebendigkeit. Von Gestaltungskraft. Von Verbundenheit. Von einem Leben, das in Bewegung ist.
In dem Moment, in dem wir diese Vielschichtigkeit nicht nur als Überforderung, sondern auch als Ressource begreifen, verändert sich etwas:
Wir werden resilienter, weil wir uns nicht mehr nur als Getriebene erleben, sondern als Gestaltende.
Wir leben selbstbestimmter, weil wir unsere Rollen, Interessen und Verpflichtungen nicht gegeneinander ausspielen müssen.
Und wir gewinnen Klarheit, weil wir aufhören, unser Leben in lauter Einzelteile zu zerlegen.

Aber genau dafür braucht es Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstführung.

 

Denn wenn wir versuchen, allem gleichzeitig gerecht zu werden, ohne innere Ordnung, ohne bewusste Lenkung, kippt die Fülle. Dann wird aus Vielfalt Druck. Und aus Gestaltung wird Getriebenheit.

Vielleicht liegt die eigentliche Aufgabe also nicht darin, auf das große Durchatmen zu warten. Sondern darin, mit der Fülle unseres Lebens Freundschaft zu schließen und eine gute Führung dafür zu entwickeln.

Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstführung unterstützen dabei, bewusst und selbstbestimmt mit der Vielfalt und Fülle umzugehen, die das Leben nun mal mit sich bringt.

Wartest du immer darauf, dass es endlich ruhiger wird? Oder kannst du der Fülle auch etwas abgewinnen?

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