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Leitfaden. Neu in Führung

 

Was neue Führungskräfte brauchen

Herzlichen Glückwunsch – du führst jetzt oder befindest dich auf dem Weg in deine erste Führungsrolle!
Diese Checkliste soll dich in den ersten Wochen und Monaten deiner Reise unterstützen.

Sie ist nicht vollständig – aber sie hilft dir, Struktur zu schaffen, Überblick zu gewinnen und dich gut auszurichten. Du wirst viele Fragen haben: Was wird jetzt von mir erwartet? Wie finde ich meinen eigenen Führungsstil? Und wo fange ich überhaupt an?
Nimm dir Zeit, hake ab, was für dich passt und finde deinen eigenen Weg.

Warum diese Phase so entscheidend ist:

Die ersten Monate in einer Führungsrolle prägen Selbstbild, Wirksamkeit und das Vertrauen des Teams. Studien zeigen: 60% neuer Führungskräfte fühlen sich unvorbereitet und viele scheitern an Unsicherheit, Überforderung oder mangelnder Begleitung.

Diese Checkliste fasst zusammen, was es wirklich braucht emotional, strategisch, operativ.

 

1. KLARE ROLLENKLÄRUNG und PRIORITÄTEN SETZEN

„Was genau ist meine Aufgabe – und wie definiere ich Erfolg?“
– Rolle mit Vorgesetzten, Team und Stakeholdern klären
– Erwartungsmanagement: Was sind meine Ziele?
– Fokus für die ersten 100 Tage festlegen: Top 3 Ziele pro Monat/Woche
– Sichtbarkeit und Positionierung aktiv aufbauen (z. B. mit „Key Messages“)

 

2. SELBSTKLÄRUNG und HALTUNG ENTWICKELN

„Wer will ich als Führungskraft sein?“
– 3 Eigenschaften notieren, die in 1 Jahr deine Führung beschreiben
– Story und Intention vorbereiten:
Wofür stehe ich? Wofür nicht?
– Manual to Me: Was sollten andere wissen für die Zusammenarbeit mit mir?
– Persönliche Integrität reflektieren: Was macht mich aus ohne Maske?

 

3. KOMMUNIKATION ALS FÜHRUNGSWERKZEUG ETABLIEREN

„Klarheit ist wichtiger als Harmonie. Klarheit schafft Sicherheit.“
– Team-Kickoff mit deinen Prinzipien und Erwartungen
– Regelmäßige All-Hands und Updates mit klarem Fokus
– 1:1-Gespräche fest in den Kalender alle 2-3 Wochen
– Feedbackprozesse etablieren: Hol aktiv Rückmeldungen ein und gib aufrichtig und zugewandt Feedback
– Fragen stellen, Interesse zeigen, würdigen, was ist und Erwartungen offen besprechen

 

4. WERTSCHÄTZUNG SYSTEMATISCH LEBEN

„Nicht geschimpft ist gelobt genug?“ Nein!
– Wertschätzung ist kein Add-on, sondern zentrale Führungskompetenz
– Details zählen: Konkret und aufrichtig loben
– Termine oder Reminder setzen für Dank und Anerkennung – auch für Externe, Lieferanten, Kunden/Freelancer (Freitagnachmittag ist für Beziehungspflege)
– Führungskommunikation = Haltung in Aktion

 

5. OPERATIV EINTAUCHEN und ÜBERBLICK BEHALTEN

„High Level heißt nicht: keine Ahnung vom Detail. Operative Klarheit ist die Basis für alles andere.“
– Reingehen statt schweben: Produktions-, Projekt- oder Alltagsabläufe aktiv verstehen
– Die Frage „Wie kann ich helfen?“ und „Was ist hier der nächste Schritt“ regelmäßig stellen
– Verbindung schaffen zwischen operativen Details und strategischer Richtung

 

6. STRATEGISCHES DENKEN FÖRDERN

„Was zahlt wirklich auf meine Rolle ein?“
– Fokusbereiche bewusst wählen (nicht alles auf einmal!)
– Frühzeitig klären, was du bewahren, was du verändern willst
– Team in Zielentwicklung einbeziehen und Tempo entsprechend anpassen
– Perspektivenwechsel trainieren: CEO-Perspektive und Mitarbeiter-Perspektive regelmäßig gedanklich einnehmen

 

7. BEZIEHUNGEN und VERTRAUEN AKTIV AUFBAUEN

„Führung ist Beziehung.“
– 1:1-Gespräche priorisieren – dein stärkstes Tool für Vertrauen
– Regelmäßig kurze Spaziergänge, Kaffeepausen oder informelle Touchpoints mit dem erweiterten Team
– Offen über Unsicherheiten sprechen (z. B. „Ich bin neu – was brauchst du von mir?“)
– Interesse am Ganzheitlichen: „Wie war der Kindergeburtstag am Wochenende? Wie war dein Urlaub?“

 

8. MIT ÜBERFORDERUNG UMGEHEN LERNEN

„Mental (Over)Load gehört dazu – aber du bist nicht allein.“
– Timeboxing, Fokus-Tools und Prioritäten wöchentlich reflektieren
– Meetings kritisch prüfen: Was braucht dich wirklich?
– Achtsamkeit trainieren – Sei ganz da, wo deine Füße stehen.
– Community oder Sparringspartner suchen – aktiv Netzwerken: z.B. HR Abteilung, Führungskollegen

 

9. FEEDBACK und WEITERENTWICKLUNG ERMÖGLICHEN

„Lernen beginnt mit Zuhören.“
– über Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch im Feedback sprechen
– Feedback aktiv einfordern, nicht nur geben
– Kultur der Kooperation etablieren: „Was können wir gemeinsam besser machen?“ WIR- Formulierungen nutzen
– kurze Feedbacks als Teil der Führungsroutine und Team (in Meetings) etablieren

 

10. HALTUNG SCHLÄGT TOOLS

„Du musst nicht perfekt sein, sondern echt.“
– Mut zur Unvollkommenheit
– Empathische Selbstführung stärken: deine Wirkung beginnt bei dir
– Resilienz aufbauen: Pausen, Coaching/ Sparring, Routinen aufbauen

 

 

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