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People Leading ist nicht People Pleasing: 4 Hacks gegen People Pleasing

 

Vor einigen Wochen hatte ich ein Erstgespräch mit einem Abteilungsleiter, der in unserer Zusammenarbeit nach Möglichkeiten zur Entlastung suchte. Also fragte ich ihn, was die Belastung war. Sein Team wollte mehr Zeit von ihm, der Vorstand drängte auf das Strategiepapier und in dem Projekt, das er leitete, gab es Unzufriedenheiten. Eine Mitarbeiterin forderte mehr Gehalt und die Leiterin des Nachbarteams war nicht einverstanden mit seiner Priorisierung der Themen. Und er? Wollte vor allem eines: es ihnen allen recht machen. Er sagte nie Nein, delegierte nicht klar und verwechselte Zustimmung mit Zusammenarbeit. Und weil er tief im Kern gefallen wollte, enttäuschte er letztendlich alle. Vor allem sich selbst.

Die Belastung war nicht die Folge aus den Pflichten oder Konflikten, sondern aus seiner Scheu davor, eine klare Haltung dazu zu zeigen.

 

Wenn andere unseren Selbstwert definieren 

Die übertriebene Bemühung, alle zufriedenzustellen, nennt sich People Pleasing und ist weit verbreitet. Viele von uns haben schon früh gelernt, dass wir nur dann Liebe und Anerkennung bekommen, wenn wir etwas für andere tun und es ihnen recht machen. Also übernehmen wir dieses Konzept auch als Erwachsene. Es ist eine Schutzstrategie vor schlechten Gefühlen, Ablehnung und Konflikten. Indem wir uns bemühen, allen zu gefallen, versuchen wir zu kontrollieren, was sie von uns halten.

Wir performen ständig im Kontakt mit anderen und lesen, was sie brauchen, um sie an uns zu binden.

Gerade in der Führung kommen wir damit allerdings schnell an unsere Grenzen und laufen sogar Gefahr, instrumentalisiert zu werden, um konfliktäre Zielsetzungen und Strukturen zu kompensieren. Die gute Nachricht ist: Führung funktioniert sogar nur dann gut, wenn wir es nicht allen recht machen. Denn sie lebt von Haltung, Entscheidung und Klarheit.

Menschen folgen nicht, weil jemand alle zufriedenstellt, sondern weil jemand für etwas steht.

4 Hacks gegen People Pleasing und für achtsame Führung

 

1. Löse die Gleichung zwischen Harmonie und Sicherheit auf

Wir verwechseln Harmonie mit Stabilität. Doch wenn wir Konflikte meiden, sorgen wir nicht für Sicherheit, sondern konservieren Unsicherheit. Weil wir Spannungen nicht angehen, Entscheidungen vermeiden oder schlechte Kompromisse schließen. Und niemand weiß, in welche Richtung eine Fahne im Wind als nächstes weht.

Übe dich darin, Spannungen nicht als Bedrohung, sondern als Signal für Entwicklung zu sehen. Wenn ein Gespräch unbequem wird, sag dir innerlich: „Hier können wir wachsen.“ Statt den Konflikt zu meiden, geh ihn direkt an.

 

2. Trenne Beziehung von Anpassung

Wenn wir es allen recht machen wollen, glauben wir, die Ablehnung einer Idee oder eines Wunsches wäre die Ablehnung der Person selbst. Und weil wir niemanden kränken wollen, versuchen wir jede Idee zu verfolgen und jeden Wunsch zu erfüllen. Das hält uns davon ab, einen klaren Kurs zu verfolgen.

Nimm dir den Mut, Dinge abzulehnen, aber immer auch den Moment, den Menschen wahrzunehmen. Zeige erstmal Verständnis für den Wunsch und Wertschätzung für die Idee. Dann kannst du sagen: „Und gleichzeitig sehe ich es anders …“ Du stärkst damit beides: Verbindung und Autonomie. Außerdem zeigst du: Eine gute Verbindung hält auch die Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Meinungen aus.

 

3. Setze sichtbare Prioritäten

People Pleaser vermeiden Entscheidungen in Spannungsfeldern, solange es geht. Sie haben Angst, jemand könne unzufrieden sein. Das erzeugt Intransparenz und Unsicherheit. Der Trick ist es nicht, später, sondern deutlich früher zu entscheiden und alle mit ins Boot zu holen.

Mach deine Entscheidungen nachvollziehbar. Erkläre kurz, aus welchem Grund und wie du eine Priorität setzt und was sie bedeutet. Mache anderen dadurch klar, welche Konsequenzen es hätte, wenn du ihnen zuliebe alles ändern würdest und warum du es deshalb nicht tun kannst. So fühlen sich andere respektiert, auch wenn du anderer Meinung bist.

Das ist gerade auch denen gegenüber elementar, die dich führen, damit du aufzeigen kannst, was möglich ist und was nicht.

 

4. Akzeptiere Unzufriedenheit als Teil des Prozesses

Führung heißt, mit Unzufriedenheit leben zu lernen. Denn wir können und dürfen es gar nicht allen recht machen. Wir würden uns nicht mehr weiterentwickeln und das kann das Überleben ganzer Unternehmen gefährden.

Wenn dir Unmut begegnet, sag dir: „Das gehört dazu.“ Nimm die Emotion wahr und sei da, aber mach es nicht zu deinem Auftrag, sie zu beseitigen. Oft sind sie ein wichtiger Teil des Prozesses und auch elementar für die persönliche Entwicklung anderer.

Klarheit ist wichtiger als Harmonie und die ehrlichste Form von Wertschätzung. Auch wenn sie sich nicht immer sofort so anfühlt.

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