Viele Führungskräfte killen Motivation per Chat-Nachricht. 7 Ideen zur Schriftlichen Kommunikation
Remote und hybrid bedeutet: Dein Team erlebt dich vor allem über Text. Du musst deshalb ein Profi sein in schriftlicher Kommunikation.
2 Führungskräfte. Nennen wir sie Peter und Selina.
In ihrer schriftlichen Kommunikation könnten sie unterschiedlicher kaum sein können.
Peter:
Kurz angebunden.
Manchmal tagelang keine Antwort.
Drei-Wort-Sätze, immer mit Punkt am Ende.
Selina:
Always busy und trotzdem schnelle Antworten.
Nie ohne Emoji.
Ihr Stil: ein bisschen Cheerleader.
Ratet mal, wessen Nachrichten mehr motiviert haben?
Das lag sicher nicht nur an den Emojis. Es lag daran, dass Selina es geschafft hat, auch in kurzen Nachrichten Wertschätzung, Klarheit und Energie zu transportieren.
Und genau da liegt oft der Unterschied zwischen effektiver und ineffektiver schriftlicher Führungskommunikation.
Hier 7 Tipps zur Schriftliche Kommunikation in Chats:
1. Nutze deine Macht bewusst
Als Führungskraft ist jede Nachricht asymmetrisch. Ein knappes „Ok.“ von dir ist nicht neutral – es wird interpretiert, gewichtet und weitergetragen. Schreibe so, dass dein Status nicht unbeabsichtigt Druck erzeugt.
2. Denk kurz nach, bevor du auf Senden klickst
Neutral formulierte Nachrichten wirken im Zweifel eher kühl als sachlich.
Beispiel:
Ineffektiv: „Ok.“
Effektiv: „Passt für mich, danke dir“
3. Sag, warum du etwas brauchst
Menschen sind eher zu Kooperation bereit, wenn sie den Kontext verstehen.
Beispiel:
Ineffektiv: „Bitte bis 16 Uhr fertig machen.“
Effektiv: „Bitte bis 16 Uhr fertig machen, weil wir sonst die Deadline beim Kunden reißen.“
4. Vermeide Ironie, wenn dir Vertrauen wichtig ist
Ohne Ton und Mimik wird Ironie schnell als Drohung gelesen.
Beispiel:
„Oh, na das kann ja spannend werden…“
Versuch witzig zu sein, fühlt sich aber wie ein Machtspiel an.
5. Antworte nicht, wenn du dich angegriffen fühlst
Wenn du genervt bist, warte einen Moment und schreib die freundlichste Version, die du schreiben kannst und entscheide dann, was du wirklich sendest.
Hack: Die „zu nette“ Nachricht beruhigt fast immer unsere Nerven.
6. Emojis als Supertool
Emojis können helfen, die emotionale Ebene sichtbar zu machen, die im Text sonst fehlt. Ein kleines 😉 kann eine Nachricht deutlich weniger hart wirken lassen.
Beispiel:
„Der Kunde fragt nach einem Update ;-)“ klingt wärmer als „Der Kunde fragt nach einem Update.“
7. Dein Stil wird Kultur
Dein Team orientiert sich an dir. Ob du es willst oder nicht: Dein Schreibstil wird kopiert. Dein Ton wird Teil der Teamkultur.
Welche Kultur willst du?
Schriftliche Kommunikation ist kein Soft Skill. Sie ist eines der mächtigsten Führungsinstrumente in hybriden Teams.
Mich interessiert:
Was macht für euch gute schriftliche Kommunikation von Führungskräften aus? Und wo steht ihr: Team Emoji oder Team Punkt?
